Faust
Johann Wolfgang von Goethe
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Vertonung: ClassicRocks Musikernetzwerk
Gedichttext
Da steh ich nun ich armer Tor Wohin soll ich gehen? Und bin so klug als wie zuvor Ich will es endlich verstehn Dass ich erkenne was die Welt In endloser Zeit Im inneren zusammenhält Bin ich zu allem bereit
Meine Ruh ist hin mein Herz ist schwer Ich finde sie nimmer und nimmermehr
Mein armer Kopf ist mir verrückt, Mein armer Sinn ist mir zerstückt. Sein hoher Gang, Sein' edle Gestalt, Seines Mundes Lächeln, seiner Augen Gewalt, Und seiner Rede Zauberfluß, Sein Händedruck, und ach, sein Kuss!
Es ist ein gar unschuldig Ding W o kommt sie her? Das wegen nichts zur Beichte ging Und ich will soviel mehr Sie ist so sitt- und tugendreich Sie zieht mich in ihren Bann Und etwas schnippisch doch zugleich Sie lächelt mich an
Meine Ruh ist hin mein Herz ist schwer Ich finde sie nimmer und nimmermehr
Oh Augenblick verweile doch Du bist so schön O glücklich wer noch hoffen kann Musst du wirklich schon gehen? Beim Himmel dieses Kind ist schön Mehr noch als Gold So etwas hab ich nie gesehn Doch schon immer gewollt
Mein Ruh ist hin mein Herz ist schwer Ich finde sie nimmer und nimmermehr
Traditioneller Text — gemeinfrei. Vertonung © ClassicRocks Musikernetzwerk.
Die Interpreten
Goethes Faust ist geballter Rock'n'Roll, was wir durch unser Arrangement zum Ausdruck bringen möchten. Hier kommt thematisch alles auf den Tisch, was die Menschen im Kern bewegt. Adam Lovac (Leadsänger und Gitarrist der jungen Band 3A) und Sophie Karth haben die Aufgabe übernommen, diesem klassischen Text neues Leben einzuhauchen. Das Ergebnis ist ein außergewöhnliches Duett, umso außergewöhnlicher, wenn man das Alter der jungen Interpreten berücksichtigt (zum Zeitpunkt der Aufnahmen waren beide 13 Jahre). Am Bass hört man übrigens Abel Lovac, Adams jüngeren Bruder, am Schlagzeug Adams Bruder Aaron, damals 14 Jahre alt.
Hintergrund
Die „Zueignung" ist das erste Gedicht des Faust I von Johann Wolfgang von Goethe. Es wurde 1797 geschrieben, als Goethe nach langer Pause wieder an seinem Hauptwerk arbeitete. In diesen Versen wendet sich Goethe an die Gestalten seines Gedichts — und damit auch an die Erinnerungen und Menschen seines eigenen Lebens. Faust I erschien 1808 vollständig.