Wer ist Mike Wilbury?
Eigentlich nur ein Pseudonym …
denn Michael Doering konnte in England niemand aussprechen …
Die Anfänge
Als Teenager entdeckte ich die Gitarre für mich und spielte nach, was mir gefiel. Erst kamen die Beatles, dann lange gar nichts, dann Supertramp. Also musste ich ein wenig Klavier lernen, um mithalten zu können. Das war meine frühe Singer/Songwriter-Phase, in der ich begann, Gefühle in Musik zu gießen.
Die ersten Bands
Während meiner Ausbildung in einem Bielefelder Musikhaus zeigte mir mein Kollege Thorsten Koehne, wo der Hammer hängt und dass man mit elektrischen Gitarren doch einiges mehr machen kann als ich bisher in Erwägung gezogen hatte. Ich gründete meine erste »richtige« Band und es entstanden einige der eigenen Songs, an die ich mich tatsächlich Jahrzehnte später noch erinnern kann.
Da man schon damals üblicherweise nicht von eigener Musik leben konnte, zog ich einige Jahre mit verschiedenen Top-40-Bands durchs Land (Papermoon, Maraton …). So ziemlich das gesamte Repertoire dieser Bands landete später in Form von Drum-Covern auf Sinas YouTube-Kanal.
Gibson & Epiphone Vertrieb
Nach Abschluss eines Fernstudiums hatte ich eine Zeit lang einen richtigen Job bei einem großen Marburger Musikinstrumenten-Vertrieb. Ich war als Assistent des Produktmanagers zuständig für den Import von Gibson und Epiphone Gitarren, was an sich nicht uninteressant war — aber ich musste mir eingestehen, nicht für's Büro geboren zu sein, und sagte yes (yeah..!), als mein Freund Johnny Silver anrief.
Das Marburger Intermezzo ist der Grund, warum Sina in Marburg das Licht der Welt erblickte.
The Silver Beatles
Im selben Jahr, 1999, wurde ich Teil der noch jungen Beatles Tribute Band The Silver Beatles, und es wurde ziemlich schnell turbulent. Mit dem Beatles Musical She Loves You spielten wir zwischen 2000 und 2002 etwa 500 Shows in ganz Deutschland und Teilen Österreichs und der Schweiz. Meine Bühnenrolle war »George, the quiet one«. Des Weiteren kümmerte ich mich um die Videotechnik der Shows.
Da wir zwischenzeitlich öfter in England unterwegs waren als zuhause, brauchte ich ein englisches Pseudonym. Seitdem benutze ich für meine Veröffentlichungen den Namen Mike Wilbury.
Nach ziemlich genau 10 Jahren verließ ich die Band und widmete mich intensiv der Musikproduktion. Meine Nische war die Produktion hochwertiger Medien, die Kinder an die Musik heranführen. Die Zusammenarbeit mit meinem britischen Partner Ian Watts zog im Laufe der Jahre immer weitere Kreise, so dass sich daraus das deutsch-englische Musikernetzwerk ClassicRocks entwickelte.
Das ClassicRocks Musikernetzwerk
Entscheidend für die Gründung des Musiker-Portals ClassicRocks war meine Zusammenarbeit mit Ian Watts. Ian tourte ab 2002 immer mal wieder mit den Silver Beatles. Für England konzipierten wir zusammen mit Johnny Silver die Theater-Show Come Together, mit der wir 2005 auf Tour in England waren. Ian half mir als englischer Muttersprachler bei der Entwicklung verschiedener Konzepte zum Thema »Englisch lernen für Kinder mit Musik«.
Er hatte dann die Idee, all seine Musiker-Freunde einzuladen, englische Kinderlieder einmal vernünftig aufzunehmen — in verschiedenen Musikstilen, mit Attitüde und Liebe. Das Ergebnis war die erste Nursery Rhyme Collection, die etwa 2 Jahre lang das meistverkaufte englische Kinderlieder-Album auf Amazon UK war.
Neben Ian hat vor allem Rick Benbow den Sound unseres Portals geprägt. Rick ist begnadeter Keyboarder, Komponist und Arrangeur — er arbeitete u. a. für Bands wie Status Quo und tourte als Keyboarder mit zahlreichen international bekannten Tribute Bands. Allen Sina-Fans ist er bekannt als Arrangeur und Keyboarder ihrer Original-Recordings. Hierzu gehören auch zahlreiche Cover, die wir mit Jadyn Rylee aufgenommen haben.
Ein weiterer Kollege ist Folkmusiker und Multi-Instrumentalist Mat Williams. Mit ihm zusammen haben wir das Folk-Album Full English aufgenommen. Später folgte das erste Album seiner Tochter Briony Williams, das ich zusammen mit Mat produziert habe.
In die Zeit um 2010 fällt auch meine Arbeit mit den Lovac Brüdern. Ich habe ihr erstes Album Teenage Queen geschrieben und produziert — sie waren damals 11, 12 und 13 Jahre alt. Sie wurden später von Peter Hoffmann (Produzent von Tokio Hotel) unter Vertrag genommen und veröffentlichten für Sony Music unter dem Bandnamen 3A das Album #wirsindhier.
Sina Drums
Als Sina mit etwa 10 Jahren begann, ernsthaft Schlagzeug zu spielen, wurde ihr Talent schnell offensichtlich. Ich bezog sie sehr schnell in meine Produktionen ein — sie spielte Schlagzeug bei einigen Meisterwerken deutscher Lyrik, bei Rap, Rock & Learn, bei Mat Williams' Folk-Album und allen Schlagzeug-Parts auf Brionys Album.
2013 beschlossen wir, einen YouTube-Kanal für sie zu gründen: Sina-Drums. Zwischen 2013 und 2023 war der Aufbau dieses Kanals meine Hauptbeschäftigung. Meine frühen Erfahrungen als Top-40-Gitarrist halfen mir bei der Auswahl ihrer Classic-Rock-Cover. Meine Zeit bei den Silver Beatles brachte mir Erfahrungen mit Adobe Premiere und ähnlichen Programmen — ebenfalls nützlich.
Alle Aufnahmen von Sina bis 2023 entstanden im Wesentlichen auf 8 Quadratmetern — aber es hat irgendwie funktioniert. Mit derzeit (2026) 1,9 Millionen Abonnenten und mehr als 860 Millionen Views gehört Sina-Drums zu den international erfolgreichsten YouTube-Schlagzeug-Kanälen.
Und sonst?
Alle Bereiche, die ich oben angeführt habe, überschneiden sich irgendwie. Durch die Silver Beatles lernte ich Ian Watts und Rick Benbow kennen — und irgendwie entwickelte sich eins aus dem anderen.
Obwohl ich die Silver Beatles 2009 verlassen hatte, sprang ich immer wieder mal als Aushilfe ein. 2016 spielte ich noch einmal eine Tournee mit der Band, wodurch ich Uwe Müller kennenlernte, der einige Schlüssel-Kompositionen zu Sinas Kanal beigetragen hatte. 2017 spielten Uwe und ich eine Tournee mit einer anderen Beatles Tribute Show.
Heute spiele ich wieder alle Silver-Beatles-Termine, die anfallen — oft wieder mit Uwe Müller. Ich helfe Sina noch immer bei der Aufbereitung alter Videos für neue Formate wie TikTok. Als Sina 2023 bei uns als »Ringo« einsprang und eines von Sinas erfolgreichsten Videos »What makes Ringo a great drummer« war, schloss sich der Kreis.
Möglicherweise werde ich demnächst noch einige neue Videos veröffentlichen, die in irgendeiner Weise mit Themen aus der Vergangenheit in Verbindung stehen. Ich habe noch hunderte Stunden bisher ungenutzter Aufnahmen mit Sina auf alten Festplatten — möglicherweise findet sich noch bisher Unentdecktes, das sich zu teilen lohnt.