Illustration für An sich
Paul Fleming

An sich

Paul Fleming

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Vertonung: ClassicRocks Musikernetzwerk

Gedichttext

Sei dennoch unverzagt! Gib dennoch unverloren! Weich keinem Glücke nicht, Steh höher als der Neid, Vergnüge dich an dir Und acht es für kein Leid, Hat sich gleich wider dich Glück, Ort und Zeit verschworen.

Was klagt, was lobt man doch? Sein Unglück und sein Glücke Ist ihm ein jeder selbst. Schau alle Sachen an: Dies alles ist in dir. Laß deinen eitlen Wahn

Was dich betrübt und labt, Halt alles für erkoren; Nimm dein Verhängnis an. Laß alles unbereut. Tu, was getan muß sein, Und eh man dir's gebeut. Was du noch hoffen kannst, Das wird noch stets geboren.

Und eh du fürder gehst, So geh in dich zurücke. Wer sein selbst Meister ist Und sich beherrschen kann, Dem ist die weite Welt Und alles untertan.

Traditioneller Text — gemeinfrei. Vertonung © ClassicRocks Musikernetzwerk.

Die Interpreten

Sophie und Alisha besuchten beide dieselbe Klasse der Liebfrauenschule Mülhausen. Sophie singt hier die erste Strophe, Alisha die zweite Strophe, die Leadvocals am Schluss stammen von Aaron Lovac. Sophie und Alisha haben bereits ein Jahr zuvor bei den Aufnahmen zur Neuen Liedersammlung mitgewirkt. Aaron hat bei vielen Titeln unseres Lyrik-Album Schlagzeug gespielt, bei diesem Titel saß allerdings Sina hinter den Drums (Sina und Aaron haben sich auch bei den Songs zu Rap, Rock & Learn die meisten Drum-Parts geteilt.). Das geschmackvolle Solo-Piano hat Jakob Stauber beigesteuert (Musiklehrer an der Liebfrauenschule Mülhausen/Grefrath)

Hintergrund

Paul Fleming (1609–1640) war einer der bedeutendsten deutschen Dichter des Barock. Das Sonett „An sich" gilt als sein Hauptwerk — ein Aufruf zur Selbstbestimmung, zur inneren Stärke und zur Unabhängigkeit vom äußeren Schicksal. Die berühmten Schlusszeilen — „Wer sein selbst Meister ist und sich beherrschen kann, / dem ist die weite Welt und alles untertan" — haben nichts von ihrer Kraft verloren.