Illustration für Faust
Johann Wolfgang von Goethe

Faust

Johann Wolfgang von Goethe

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Vertonung: ClassicRocks Musikernetzwerk

Gedichttext

Da steh ich nun ich armer Tor Wohin soll ich gehen? Und bin so klug als wie zuvor Ich will es endlich verstehn Dass ich erkenne was die Welt In endloser Zeit Im inneren zusammenhält Bin ich zu allem bereit

Meine Ruh ist hin mein Herz ist schwer Ich finde sie nimmer und nimmermehr

Mein armer Kopf ist mir verrückt, Mein armer Sinn ist mir zerstückt. Sein hoher Gang, Sein' edle Gestalt, Seines Mundes Lächeln, seiner Augen Gewalt, Und seiner Rede Zauberfluß, Sein Händedruck, und ach, sein Kuss!

Es ist ein gar unschuldig Ding Wo kommt sie her? Das wegen nichts zur Beichte ging Und ich will soviel mehr Sie ist so sitt- und tugendreich Sie zieht mich in ihren Bann Und etwas schnippisch doch zugleich Sie lächelt mich an

Meine Ruh ist hin mein Herz ist schwer Ich finde sie nimmer und nimmermehr

Oh Augenblick verweile doch Du bist so schön O glücklich wer noch hoffen kann Musst du wirklich schon gehen? Beim Himmel dieses Kind ist schön Mehr noch als Gold So etwas hab ich nie gesehn Doch schon immer gewollt

Mein Ruh ist hin mein Herz ist schwer Ich finde sie nimmer und nimmermehr

Traditioneller Text — gemeinfrei. Vertonung © ClassicRocks Musikernetzwerk.

Die Interpreten

Goethes Faust ist geballter Rock'n'Roll, was wir durch unser Arrangement zum Ausdruck bringen möchten. Hier kommt thematisch alles auf den Tisch, was die Menschen im Kern bewegt. Adam Lovac (Leadsänger und Gitarrist der jungen Band 3A) und Sophie Karth haben die Aufgabe übernommen, diesem klassischen Text neues Leben einzuhauchen. Das Ergebnis ist ein außergewöhnliches Duett, umso außergewöhnlicher, wenn man das Alter der jungen Interpreten berücksichtigt (zum Zeitpunkt der Aufnahmen waren beide 13 Jahre). Am Bass hört man übrigens Abel Lovac, Adams jüngeren Bruder, am Schlagzeug Adams Bruder Aaron, damals 14 Jahre alt.

Hintergrund

Goethes „Faust" ist das größte Werk der deutschen Literatur — ein Drama, an dem der Dichter über sechzig Jahre seines Lebens arbeitete. Teil I erschien 1808, Teil II erst 1832, kurz nach Goethes Tod.

Die Geschichte: Der Gelehrte Heinrich Faust hat Philosophie, Jura, Medizin und Theologie studiert — und erkennt, dass er „nichts weiß". In seiner Verzweiflung schließt er einen Pakt mit Mephistopheles, dem Teufel. Die Wette lautet: Sollte Faust jemals einen Augenblick so vollkommen empfinden, dass er ihn festhalten möchte — „Verweile doch, du bist so schön!" — gehört seine Seele dem Teufel. Mephistopheles führt Faust in die Welt der Sinne. Faust begegnet Gretchen, verführt sie, und richtet sie zugrunde.

Genau diese Textstellen hat Mike Wilbury für die Vertonung gewählt: Fausts berühmtes Eingangsmonolog über die Grenzen des Wissens, Gretchens Klage am Spinnrad — „Meine Ruh ist hin, mein Herz ist schwer" — und schließlich die zentrale Zeile des Pakts: „Oh Augenblick, verweile doch, du bist so schön." Drei Szenen, die den Kern des Werks auf engstem Raum verdichten.