Illustration für Der Panther
Rainer Maria Rilke

Der Panther

Rainer Maria Rilke

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Vertonung: ClassicRocks Musikernetzwerk

Gedichttext

Sein Blick ist vom Vorübergehn der Stäbe So müd geworden, dass er nichts mehr hält. Ihm ist, als ob es tausend Stäbe gäbe Und hinter tausend Stäben keine Welt.

Der weiche Gang geschmeidig starker Schritte, Der sich im allerkleinsten Kreise dreht, Ist wie ein Tanz von Kraft um eine Mitte, In der betäubt ein großer Wille steht.

Nur manchmal schiebt der Vorhang der Pupille Sich lautlos auf. Dann geht ein Bild hinein, Geht durch der Glieder angespannte Stille - Und hört im Herzen auf zu sein.

Traditioneller Text — gemeinfrei. Vertonung © ClassicRocks Musikernetzwerk.

Die Interpreten

Die verschiedenen musikalischen Beiträge der Lovac Brüder ziehen sich wie ein roter Faden durch unser Lyrik-Album. Hier hat mit Abel Lovac der jüngste der 3 Brüder die Leadvocals übernommen. Aaron spielt hier die Drums. Auch Abel besucht ebenso wie seine beiden Brüder und alle anderen jungen Mitwirkenden die Liebfrauenschule in Mülhausen.

Hintergrund

„Der Panther" entstand 1902 und gehört zu Rilkes „Neuen Gedichten" (1907). Es ist eines der bekanntesten deutschen Gedichte überhaupt. Rilke schrieb es nach einem Besuch im Jardin des Plantes in Paris, wo er den im Käfig laufenden Panther beobachtete. Das Gedicht gilt als Meisterwerk des Dinggedichts — eine präzise Beschreibung eines Tiers, die sich zur metaphorischen Aussage über Gefangenschaft und erloschene Lebenskraft verdichtet.