Illustration für Früh im Wagen
Eduard Mörike

Früh im Wagen

Eduard Mörike

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Vertonung: ClassicRocks Musikernetzwerk

Gedichttext

Es graut vom Morgenreif In Dämmerung das Feld, Da schon dein blasser Streif Den fernen Ost erhellt;

Man sieht im Lichte bald Den Morgenstern vergehn, Und doch am Fichtenwald Den vollen Mond noch stehn:

So ist mein scheuer Blick, Den schon die Ferne drängt, Noch in das Schmerzensglück Der Abendnacht versenkt.

Dein blaues Auge steht, Ein dunkler See vor mir, Dein Kuss, dein Hauch umweht, Dein Flüstern mich noch hier.

An deinem Hals begräbt Sich weinend mein Gesicht, Und Purpurschwärze webt Mir vor dem Auge dicht.

Die Sonne kommt; - sie scheucht Den Traum hinweg im Nu, Und von den Bergen streicht Ein Schauer auf mich zu.

Traditioneller Text — gemeinfrei. Vertonung © ClassicRocks Musikernetzwerk.

Die Interpreten

Jule Heenen besucht dieselbe Jahrgangsstufe wie Sophie, Alisha und Sina. Jule spielt auch Klavier, so dass sie sich bei ihren Auftritten selbst begleitet. Jule war ebenso wie die anderen Mädchen bereits bei den Aufnahmen zur Neuen Liedersammlung dabei. Das Schlagzeug hat Sina Doering eingespielt, sie war damals 11 Jahre alt..

Hintergrund

Eduard Mörike (1804–1875) war ein schwäbischer Dichter und Pfarrer. „Früh im Wagen" gehört zu seinen stimmungsvollen Naturgedichten — kurze, präzise Bilder, die den frischen Morgen einer Reise einfangen. Mörike ist bekannt für seine Fähigkeit, Stimmungen mit wenigen Worten zu verdichten.