Illustration für Die Loreley
Heinrich Heine

Die Loreley

Heinrich Heine

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Vertonung: ClassicRocks Musikernetzwerk

Gedichttext

Ich weiß nicht, was soll es bedeuten, Dass ich so traurig bin; Ein Märchen aus alten Zeiten, Das kommt mir nicht aus dem Sinn. Die Luft ist kühl und es dunkelt, Und ruhig fließt der Rhein; Der Gipfel des Berges funkelt Im Abendsonnenschein.

Die schönste Jungfrau sitzet Dort oben wunderbar, Ihr goldnes Geschmeide blitzet, Sie kämmt ihr goldnes Haar. Sie kämmt es mit goldnem Kamme, Und singt ein Lied dabei; Das hat eine wundersame, Gewaltige Melodei.

Den Schiffer, im kleinen Schiffe, Ergreift es mit wildem Weh; Er schaut nicht die Felsenriffe, Er schaut nur hinauf in die Höh'. Ich glaube, die Wellen verschlingen Am Ende Schiffer und Kahn; Und das hat mit ihrem Singen Die Loreley getan.

Traditioneller Text — gemeinfrei. Vertonung © ClassicRocks Musikernetzwerk.

Die Interpreten

Das Lied wird gesungen von Jule Heenen. Herausragend ist auch hier wieder der gefühlvolle Pianopart von Jakob Stauber. An dieser Stelle noch einmal unser Dank für seine Unterstützung!

Hintergrund

„Die Loreley" ist Heinrich Heines (1797–1856) bekanntestes Gedicht, geschrieben 1824. Es beschreibt die Sagengestalt der Loreley — eine Nixe, die auf dem gleichnamigen Felsen am Rhein sitzt und durch ihren Gesang Schiffer in den Untergang lockt. Das Gedicht wurde von Friedrich Silcher vertont und ist heute ein deutsches Kulturgut. Heine war jüdischer Abstammung und einer der letzten großen Romantiker Deutschlands.