Nähe des Geliebten
Johann Wolfgang von Goethe
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Vertonung: ClassicRocks Musikernetzwerk
Gedichttext
Ich denke dein, Wenn mir der Sonne Schimmer Vom Meere strahlt; Ich denke dein, wenn sich des Mondes Flimmer In Quellen malt.
Ich sehe dich, Wenn auf dem fernen Wege Der Staub sich hebt: In tiefer Nacht, wenn auf dem schmalen Stege Der Wandrer bebt.
Ich höre dich, Wenn dort mit dumpfem Rauschen Die Welle steigt. Im stillen Haine geh' ich oft zu lauschen, Wenn alles schweigt.
Ich bin bei dir; Du seist auch noch so ferne, Du bist mir nah! Die Sonne sinkt, bald leuchten mir die Sterne. O, wärst du da!
Traditioneller Text — gemeinfrei. Vertonung © ClassicRocks Musikernetzwerk.
Die Interpreten
Die Gesangsaufnahmen zu diesem Titel entstanden am selben Tag wie die Aufnahmen zu Freude schöner Götterfunken (s.o.). Auch hier hat Adam Lovac wieder die Leadvocals übernommen. Ebenso außergewöhnlich in dieser Version ist die irische Fiddle, die Mat Williams beigesteuert hat. Mat Williams hat auch alle Geigenparts auf den beiden Nursery Rhyme Collections übernommen und auf der Neuen Liedersammlung. Der Multi-Instrumentalist spielt ausserdem noch Gitarre, Mandoline, Banjo, Irish Whistle, Keyboards und vieles mehr - sobald bei uns irgendetwas nach Folk klingt, dann steckt mit großer Wahrscheinlichkeit Mat dahinter. Wir haben gemeinsam mit Mat ein English / Irish Folk Album produziert, das im Mai 2012 veröffentlicht wurde. Hier gibt es zu allen Folksongs ausführliche Hörbeispiele, die vollständigen Texte und Kommentare zu Entstehung und Hintergrund der Songs.
Hintergrund
„Nähe des Geliebten" schrieb Goethe 1795 als Reaktion auf ein Gedicht der jungen Friederike Brun. Er übernahm die Strophenform und schuf daraus eines seiner zärtlichsten Liebesgedichte. Franz Schubert vertonte es 1815. Das Gedicht beschreibt, wie die Gedanken an die Geliebte in jeder Naturerscheinung präsent sind — ein universales Bild liebender Sehnsucht.